Was kostet ein Onlineshop? Die ehrliche Rechnung
Du googelst „was kostet ein Onlineshop" und bekommst Antworten zwischen 0 € und 50.000 €. Das Frustrierende daran: Alle stimmen irgendwie. Der eine baut sich am Wochenende einen Shop für null Euro Software zusammen, der andere lässt sich von einer Agentur ein Projekt für 50.000 € bauen - beides sind Onlineshops, beides sind echte Preise.
Das Problem ist nicht, dass gelogen wird. Das Problem ist, dass „ein Onlineshop" kein Produkt mit einem Preis ist, sondern ein Bündel aus drei Kostenblöcken, die selten jemand sauber auseinandersortiert: was der Aufbau kostet, was der laufende Betrieb kostet, und was das Wachstum kostet - der Teil, der dich später am härtesten trifft.
Dieser Artikel rechnet alle drei durch. Mit echten Zahlen, mit Quellen, und mit dem Unterschied, über den kaum jemand spricht: ob du am Ende mietest oder besitzt.
Block 1: Die Aufbau-Kosten - einmalig, aber sehr unterschiedlich
Der Aufbau ist der Betrag, den du hörst, wenn jemand „ein Onlineshop kostet X" sagt. Es gibt drei Wege, und sie liegen weit auseinander.
Selbst bauen (DIY): 0 € Budget - aber rechne in Zeit, nicht in Geld. Für einen vergleichbaren Basis-Shop solltest du mit rund 200 Stunden Arbeit kalkulieren, und das ist die Bauzeit ohne die Lernzeit obendrauf. WooCommerce ist Open Source und frei verfügbar, die Anleitungen stehen im Netz. Wenn du die Zeit hast und gern selbst baust, ist das ein legitimer Weg. Ehrlich bleibt aber: Du baust zum ersten Mal, was andere schon oft gebaut haben, und jeder Umweg kostet dich einen Abend.
Freelancer oder Agentur: Hier reden wir über echtes Budget. Die folgenden Spannen sind Branchen-/Portal-Schätzungen (keine formale Erhebung), aber als Orientierung belastbar:
| Weg | Typische Spanne | Einordnung |
|---|---|---|
| Freelancer, Shop-Setup als Projekt | ~1.500-3.000 € | Branchenschätzung |
| Agentur, Basis-Setup | ~3.000-7.000 € | Branchenschätzung |
| WooCommerce einfach → komplex | ab 1.000-2.000 € → 5.000-10.000 € | Branchenschätzung |
| Größeres Shop-Projekt (Custom) | 5.000-15.000 €, nach oben offen bis 50.000 € | Branchenschätzung |
Der klassische Satz aus Gesprächen mit Shop-Betreibern lautet dann: „Die Agentur hat 8.000 € genommen und ich kann das Ding nicht mal selbst bedienen." Deshalb gehört zu jeder Beauftragung die Frage: Bekomme ich alle Zugänge? Ist alles dokumentiert? Kann ein anderer Entwickler übernehmen?
Done-for-you mit festem Preis: Der dritte Weg liegt dazwischen - jemand baut dir den Shop und übergibt ihn dir komplett. Bei ESD sind das feste Anker statt Stundensätze: die Website ab 499 €, der Onlineshop ab 1.299 €, die komplette Infrastruktur (Shop + E-Mail-Automation + Kundenkartei + Workflows) ab 2.499 € - einmalig, danach gehört alles dir. (Was genau in den Shop-Aufbau gehört, steht auf der Onlineshop-Seite.)
Wichtig zur Ehrlichkeit: Der günstigste Aufbau bleibt DIY, wenn du deine Zeit mit null ansetzt. Ein Dienstleister verkauft dir nicht „billiger als selbst", sondern die Jahre, die zwischen „ich probiere Systeme aus" und „mein Shop trägt" liegen.
Block 2: Die laufenden Kosten - hier trennt sich Miete von Eigentum
Der Aufbau ist einmal. Die laufenden Kosten sind für immer - und genau hier entscheidet sich, ob dein Shop günstig bleibt oder mit dir teurer wird.
Das Miet-Modell (Shopify & Co.): Du zahlst jeden Monat für die Plattform. Und zwar nicht einen Betrag, sondern einen Stapel. Drei belegte Szenarien (Plan-Preise DE, offizielle Shopify-Preisseite; Apps in USD abgerechnet):
- Einsteiger: Shopify Basic 36 €/Monat + ein E-Mail-Tool (Mailchimp Essentials ab ~11 €) + ein, zwei kostenlose Apps.
- Standard: Shopify Grow (früher „Shopify") 105 €/Monat + E-Mail-Tool + drei kostenpflichtige Apps (Reviews, Upsell, Shipping-Bar) - schnell ~68 $/Monat allein für die Apps.
- Premium: Shopify Advanced 384 €/Monat + Klaviyo + Apps - im belegten Warenkorb rund 245 $/Monat obendrauf.
Und darüber thront Shopify Plus ab 2.100 €/Monat. Der Punkt ist nicht, dass Shopify böse wäre - es ist ein sauberes Produkt. Der Punkt ist: Du mietest. Hörst du auf zu zahlen, hört der Shop auf.
Das Eigentums-Modell (self-hosted): Auf deinem eigenen Server sieht die laufende Rechnung anders aus. Ein EU-Server (Hetzner) kostet ab 6,49 €/Monat (inkl. IPv4) inklusive fester IP-Adresse. Keine Plan-Stufe, keine App-Abos als Pflicht. Willst du dich um den Betrieb nicht selbst kümmern, ist eine optionale Wartung ab 79 €/Monat buchbar (Updates, Sicherheit, Backups) - aber das ist eine Wahl, kein Zwang. Der Unterschied in einem Satz: Auf der Plattform kaufst du dir jeden Monat das Recht, weitermachen zu dürfen. Auf dem eigenen Stack läuft der Shop, weil er dir gehört.
Block 3: Die Wachstums-Kosten - der Teil, der dich später überrascht
Das ist der Block, den fast niemand einrechnet - und der bei Erfolg am meisten wehtut. Denn im Miet-Modell steigen deine Kosten mit deinem Umsatz mit.
- Gebühr pro Verkauf: Shopify Payments nimmt je nach Plan 1,6-2,1 % + 0,30 € pro Kartenzahlung. Nutzt du ein fremdes Zahlungs-Gateway, kommt eine zusätzliche Transaktionsgebühr von 0,6-2 % obendrauf. Je mehr du verkaufst, desto mehr verdient die Plattform an dir mit.
- Der App-Stapel wächst: Jede neue Funktion ist eine neue App mit eigenem Monatspreis. Aus „zwei, drei Tools" werden schnell fünf.
- Die Lizenz skaliert mit deiner Liste: Das ist der teuerste stille Posten. Klaviyo kostet bei 10.000 Kontakten rund 150 $/Monat, bei 50.000 Kontakten rund 720 $/Monat (belegt, USD). Deine E-Mail-Liste zu vergrößern - also erfolgreich zu sein - macht das Tool teurer.
Genau hier setzt der strukturelle Vorteil eines eigenen Stacks an. Die E-Mail-Automation läuft bei self-hosted auf deinem Server (Mautic): 0 € Lizenz, egal wie groß deine Liste wird. Ein Verkauf mehr kostet dich keine zusätzliche Gebühr. Wachstum verteuert deinen Shop nicht - es macht ihn nur voller.

WooCommerce-Kosten ehrlich aufgeschlüsselt
„WooCommerce ist kostenlos" - das stimmt, und es täuscht zugleich. Die Software selbst kostet 0 €. Aber ein Shop ist mehr als Software, und diese Posten sind real:
| Posten | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| WooCommerce-Software | 0 € | Open Source |
| Server / Hosting | ab 6,49 €/Monat | dein eigener EU-Server |
| SSL-Verschlüsselung | 0 € | via Let's Encrypt |
| Plugins | 0 € bis einige € | viele kostenlos, wenige zahlungspflichtig |
| Aufbau-Zeit | ~200 h (DIY) oder Dienstleister | der eigentliche Kostenblock |
Der ehrliche Kern: Bei WooCommerce zahlst du nicht für die Plattform, sondern für Hosting, ein paar ausgewählte Plugins und die Zeit des Aufbaus. Und hier liegt der Wert, über den selten jemand redet - nicht in der Masse an Plugins (die gibt es für alles), sondern in der sauberen Auswahl: wenige, aufeinander abgestimmte Erweiterungen, die genau das tun, was sie sollen. Try-and-Error beim Selbstaufsetzen hinterlässt Spuren, die du erst später spürst: halb konfigurierte Plugins, vollgemüllte Datenbanken, langsame Prozesse. Ein erprobtes Setup vermeidet genau das. Das ist der Grund, warum „WooCommerce ist kompliziert" so oft fällt - nicht die Software ist kompliziert, das saubere Zusammenstellen ist es.
Die 12-Monats-Rechnung: Miete gegen Eigentum
Der einzelne Monatspreis führt in die Irre. Rechne einmal ein Jahr durch - mit dem Wachstum eingerechnet.
Ein Shop im Standard-Bereich zahlt gemietet: Plan (Grow, ~66 €/Monat bei Jahreszahlung) + Apps (~68 $/Monat) + E-Mail-Tool + Gebühren auf jeden Verkauf. Das läuft Monat für Monat weiter - und steigt, sobald die Liste und der Umsatz wachsen.
Dieselbe Leistung als Eigentum: einmalig der Shop-Aufbau + Server 6,49 €/Monat + optionale Wartung. Jahr eins ist die Investition sichtbar. Ab Jahr zwei bleibt fast nur der Server stehen, während die Miet-Rechnung unverändert weiterläuft - Jahr für Jahr, ohne dass dir am Ende etwas gehört.

Und das ist der Kern der ganzen Frage „was kostet ein Onlineshop": Im Miet-Modell steigt die Rechnung mit deinem Erfolg. Auf dem eigenen Stack ist jeder Euro einmal investiert - und das System gehört dir, für immer. Bei wachsenden Shops kippt diese Rechnung fast immer Richtung Eigentum. Was du gewinnst, ist nicht nur Geld: Es ist die Ruhe, dich auf dein Produkt und deine Kunden zu konzentrieren, statt jeden Monat eine steigende Rechnung im Nacken zu haben.
(Wenn du speziell vom Preis eines fertig gebauten Shops kommst, ist „Shopify-Shop erstellen lassen: was es kostet" die passende Vertiefung - und wenn du schon einen Shop hast und wechseln willst, rechnet der Migrations-Guide das durch.)
Womit du NICHT rechnen musst - genauso ehrlich
Genauso wichtig wie die versteckten Kosten sind die überschätzten. Diese Posten kannst du streichen:
- Teure Software-Lizenz für den Shop selbst. WooCommerce ist und bleibt 0 €. Es gibt keinen „Pro-Plan", der dir plötzlich Kernfunktionen freischaltet.
- Verschlüsselung als Kostenpunkt. SSL ist über Let's Encrypt kostenlos - das grüne Schloss im Browser kostet dich nichts.
- Einen Enterprise-Plan, um „mitzuhalten". Für normale Umsätze brauchst du keine 2.100-€-Stufe. Diese Angst verkauft teurere Pläne, als die meisten Shops je brauchen.
- Ein monatliches Wachstums-Risiko. Auf einem eigenen Server macht dich der 1.000ste Kunde nicht teurer als der 100ste. Kein Posten skaliert still mit deiner Liste.
Häufige Fragen zu Onlineshop-Kosten
Was kostet ein Onlineshop mindestens?
Software-seitig 0 € (WooCommerce) plus Server ab 6,49 €/Monat (inkl. IPv4). Der eigentliche „Preis" ist die Aufbau-Zeit (DIY ~200 Stunden) oder die einmalige Investition in einen Dienstleister - bei ESD ab 499 € (Website) bzw. ab 1.299 € (Onlineshop).
Ist WooCommerce wirklich kostenlos?
Die Software ja, dauerhaft. Was Geld kostet, sind Hosting, einzelne kostenpflichtige Plugins und die Zeit des Aufbaus - nicht die Plattform selbst. Genau das unterscheidet Eigentum von Miete: Bei Shopify zahlst du die Plattform, bei WooCommerce nur deinen Betrieb.
Warum ist Shopify auf Dauer teurer, obwohl der Einstieg günstig aussieht?
Weil drei Posten mitwachsen: die Gebühr pro Verkauf, der App-Stapel und die E-Mail-Lizenz, die mit deiner Kontaktliste teurer wird. Der niedrige Startpreis ist echt - er bleibt nur nicht niedrig, wenn du erfolgreich wirst.
Lohnt sich ein eigener Shop schon bei kleinem Umsatz?
Nicht immer. Wenn dein Shop noch keinen nennenswerten Umsatz macht, ist die Plattformmiete selten dein Engpass. Die Rechnung kippt Richtung Eigentum, sobald du stabil verkaufst und die Miet-Kosten dreistellig werden.
Dass sich das Eigentums-Modell trägt, ist keine Theorie: Ich habe genau diesen Stack über fünf Jahre im eigenen Hardware-Startup betrieben - 30 Produkte, ein Shop, der real verkauft hat. Die ganze Geschichte steht in der Case Study. Und wenn du dir alle drei digitalen Wege nebeneinander ansehen willst, findest du sie in der Digital-Übersicht.
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